Etappe 1

Bensheim-Auerbach – Beedenkirchen

Etappe 1

Bensheim-Auerbach – Beedenkirchen

Etappe 1

Bensheim-Auerbach – Beedenkirchen

Etappe 1

Bensheim-Auerbach – Beedenkirchen

Im Reich der Steine

Es ist gute alte Pilgertradition, einen Stein von daheim im Beutel mitzunehmen, damit „beschwert“ aufzubrechen und am Ende des Weges abzulegen. Aber auch wer nicht von Anfang an mit einem Stein in Tuchfühlung ist, wird auf der ersten Etappe des Pilgerwegs mit der Welt der Steine in Berührung kommen: geologisch, historisch sowie spirituell.

Die Pilger*in kann die Etappe, je nach Kondition und Interesse, auf drei verschiedenen Wegen zurücklegen:

Camino Incluso

↑ 350 m ↓ 130 m

Variante 1

↑ 180 m ↓ 90 m

Variante 2

↑ 360 m ↓ 140 m

Die Einschätzung der Etappe für unterschiedliche Nutzergruppen erfolgte auf der Grundlage einzelner Erprobungen und soll für eine erste Orientierung dienen. Die Einschätzung erfolgte ohne Gewähr und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Übersichtskarte Etappe 1
Die Darstellung der Karte erfolgte ohne Gewähr und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Wegqualität

Wegführung
Etappe 1 ist eine Bergetappe. Sie führt von Bensheim-Auerbach über 11 km durch offene Landschaft mit Wiesen und weiten Ausblicken sowie durch Mischwald zum Etappenziel Beedenkirchen. Sie steigt kontinuierlich auf 2/3 der Strecke an (bis zu 6%, zwischendurch bis 8%). Ruhebänkchen in regelmäßigen Abständen sind vorhanden. Es gibt einen Steilanstieg am Selterswasserhäuschen: auf 150 m (7-9%, für 20 m bis 10 %- dort steht eine Ruhebank).

Alternativen: Zur Vermeidung der Steigung am Selterswasserhäuschen alternativ den Weg L3 nach Elmshausen wählen. Von dort mit Bus oder auf dem Geh-/Radweg zurück nach Bensheim bzw. weiter nach Reichenbach. Reichenbach im Lautertal ist das alternative Etappenziel mit barrierefreier Übernachtungsmöglichkeit im Gästehaus des Gasthaus Traube. Die zweite Möglichkeit ist, Variante 1 zu nutzen: Abstieg 2 und 3: auf asphaltiertem Weg durchs Wohngebiet nach Schönberg im Lautertal: auf 500 m 3-6% Gefälle, auf 300 m 7-9%. Von Schönberg mit dem ÖPNV oder auf dem durchgängigen abgesetzten Fuß-/ Radweg entweder weiter nach Reichenbach oder zurück nach Bensheim.

Wegbeschaffenheit
Der Weg ist in den Ortschaften asphaltiert, im Wald sind es befestigte Wege mit wassergebundenen Decken. Der Weg ist durchgängig bis ca. 2 m breit und hat Begegnungsflächen. Er wird während der Holzernte teilweise forstwirtschaftlich genutzt. Nach forstwirtschaftlicher Nutzung sowie witterungsabhängig gibt es eine schwierige Stelle: Die Hohlgasse kurz vor dem Selterswasserhäuschen, ca. 100 m, kann ausgewaschen sein.

Alternative: Variante 1 nutzen oder vor Ort umkehren.

Verkehr
Auf der Strecke besteht kein Fahrverkehr, außer evtl. forstwirtschaftliche Fahrzeuge. Fahrradfahren ist erlaubt, da die Wege 2 m breit sind. Es gibt keinen Straßenabschnitt. In den Ortschaften Bensheim-Auerbach und Beedenkirchen führt der Weg auf Bürgersteigen neben der Fahrstraße, bzw. durch wenig befahrenes übersichtliches Wohngebiet.

Hinweis zu den Varianten: Von Bensheim bis Reichenbach besteht ein durchgängiger abgesetzter Fuß- und Radweg entlang der B47. Es verkehrt regelmäßig ein Niederflurbus.

Etappe 1 – CAMINO INCLUSO

Wanderkarte: Bergstraße-Odenwald Blatt 5, 1:20 000 – Hrsg: Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald

Einschätzung

Die Einschätzung der Etappe für unterschiedliche Nutzergruppen erfolgte auf der Grundlage einzelner Erprobungen und soll für eine erste Orientierung dienen. Die Einschätzung erfolgte ohne Gewähr und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Wo es lang geht

Genaue Beschreibung der Wegstrecke und Informationen zur Infrastruktur

Bahnhof Bensheim-Auerbach (102 m) – Hermann-Schäfer-Eiche (240 m): 3,8 km (↑140 m - ↓0 m)
Die Pilger*in startet in Bensheim-Auerbach am Bahnhof .

Der Pilgerweg ist zunächst auch mit dem gelben Quadrat sowie als Zubringer zum Nibelungensteig (N) ausgezeichnet. Durch das Wohngebiet gelangt die Pilger*in immer geradeaus zur Darmstädter Straße (B3), überquert diese und folgt ihr nach rechts.

Die Beschilderung führt nach links in die Bachgasse. Rechter Hand liegt die Bäckerei-Café Hug und die Eisboutique da Carlo.

Der Pilgerweg lädt hier zu einem entschleunigenden Start ein: dem Bach entlang durch die Bachgasse über die Stolpersteine bei der Synagoge auf der linken Straßenseite. Die Pilger*in ist von Anfang an interreligiös und international unterwegs. Sie bewegt sich auf dem Europäischen Fernwanderweg E8. Es ist ein besonderes Erlebnis, wenn die Pilger*in auf dem Weg Menschen trifft, die schon über 1000 km durch Europa unterwegs sind.

Pilgerhinweis: Auf der rechten Seite erreicht die Pilger*in das ev. Gemeindehaus, Bachgasse 39. Dort sind die erste Stempelstelle und Infotafel.

Die Pilger*in gelangt weiter der Bachgasse entlang zu einem Parkplatz. Dort gibt es 2 ausgewiesene Parkplätze für Rollstuhlpilger*innen. Aktuell seit Juli 2020 ist der Camino Incluso über den Parkplatz ausgeschildert. Die Pilger*in gelangt autofrei über den Bach und dann nach 100 m dem Bach entlang auf den zweiten Parkplatz. Sie kann aber auch dem asphaltierten Weg der Straße entlang folgen. Nach 100 m trifft sie auf den Parkplatz Fürstenlager mit 2 weiteren ausgewiesenen Plätzen für Rollstuhlpilger*innen und ein öffentliches WC, nicht barrierefrei.

Der Camino führt ab hier ansteigend (5–8 % über 500 m), vorbei an einer Schranke, direkt zum Fürstenlager.

Es öffnet sich eine weite Parklandschaft. Während des Anstiegs lässt es sich jederzeit verweilen. Der Weg ist breit und die alten Bäume spenden Schatten. Nach dem Entenweiher auf der rechten Seite befindet sich das 1. und einzige rollstuhlgerechte WC bis Beedenkirchen. Die Toiletten sind tagsüber durchgängig geöffnet. Die Beschilderung soll im Oktober 2021 erneuert werden.
Das Gasthaus Herrenhaus bietet im Rahmen „nette Toilette“ ein WC an, aber nicht barrierefrei. Der Park lädt die Pilger*in ein sich über die Geschichte des Ortes zu informieren und unterschiedliche Ruheplätzchen zu entdecken. In Pilgerrichtung rechts oberhalb verläuft eine Wegvariante für Fußpilger*innen.

Die Pilger*in rollt und geht 500 m geradeaus weiter bergan (3–6 %). Sie bewegt sich auf dem Wilhelmsweg und kann auf mehreren Bänkchen rasten und über die Apfelbaumwiese blicken. Nach einer scharfen Rechtskehre erreicht sie die Hermann-Schäfer-Eiche mit Tisch und Bänken auf der Anhöhe.

Hinweis: An der Hermann-Schäfer-Eiche treffen die Pilger*innen des Camino Incluso mit den Pilger*innen zusammen, die in Bensheim am Kloster der Franziskaner gestartet und dem Franziskanischen Pilgerweg gefolgt sind (Variante 2). Hier ist auch die Möglichkeit Variante 1 des Pilgerwegs zu gehen (in entgegengesetzter Richtung zum Camino Incluso) und später ins Lautertal abzusteigen/ -fahren.

Am schattigen Rastplatz kann sie verschnaufen, auch einen Abstecher zur Rindenkapelle machen. Die Pilger*in blickt nach Süden ins Lautertal, im Norden entdeckt sie versteckt das Auerbacher Schloss.

Hermann-Schäfer-Eiche (242 m) – Garten der Freiheit (282 m): 2,1 km (↑60 m - ↓20 m)
Ab dem Rastplatz an der Herrmann-Schäfer-Eiche geht der Pilgerweg ca. 50 m auf ebenem Weg geradeaus, an der Abzweigung links entlang einer Wiese auf einem befestigten Weg nochmal 200 m hinauf (ca. 6 %) zum Wald. Vorsicht: Manchmal gibt es lose Steinchen auf dem Weg.

Hier treffen sich drei Wege, der Camino verläuft ganz rechts, auch mit dem gelben Quadrat und dem A (Alemannenweg) ausgezeichnet, ca. 400 m weiter bergauf (6–9 %) auf befestigtem Waldweg, teilweise parallel zum Fuchs Trail, einer Mountainbikestrecke. Dann folgt die Pilger*in rechts dem breiten ebenen Weg, der nach weiteren 500 m wieder mit dem Alemannenweg zusammentrifft.

Die Pilger*in erreicht an einer Wegkreuzung auf der linken Seite den Grenzpunkt Toter Mann.

Die Pilger*in kommt nach 1 km leicht absteigend (2–5 %) zu einer Lichtung, dem Garten der Freiheit, dem Jerusalem Friedensmal: „Dieser Ort ist ein Ruf nach Frieden, Freiheit und neuem Leben“. An diesem Friedensmal stehen Infotafeln zur Verfügung sowie der Blick ins „kleine Jerusalem“ nach Westen und Richtung Jerusalem nach Osten. Dazu laden mehrere Bänkchen die Pilger*in ein.

Garten der Freiheit (282 m) – Beedenkirchen (327 m): 5,3 km (↑150 m - ↓110 m)
Zwischen Engelsflügel und Teufelsstein (s.u.) liegen, wie sich erahnen lässt, Herausforderungen an das gemeinsame Unterwegssein.
Nach einem kurzen Stück auf der aussichtsreichen und weiten Hochebene, dann durch eine Hohlgasse, zuerst auf- dann abwärts (ca. jeweils 3 %) auf unebenem Weg, gelangen die Pilger*innen zur Schutzhütte Selterswasserhäuschen, einst ein Kiosk (ca. 500 m nach dem Garten der Freiheit). Hier kann sich die Pilger*in an einer Tafel über Verlauf und Entstehung des Europäischen Fernwanderwegs E8 informieren.

Vorsicht: diese Hohlgasse ist witterungsabhängig – v.a. bei Holzarbeiten im Winterhalbjahr- für Rollstuhlpilger*innen nicht immer befahrbar. Rollstuhlpilger*innen müssen hier entweder umkehren (s. Tipp) und Variante 1 folgen, sportlich unterwegs sein und Helfer*innen dabeihaben oder gleich die Variante1 pilgern.

Tipp für Umkehrer*innen: Wir finden, der Garten der Freiheit ist ein lohnender Ort der Rast und Ruhe. Es öffnet sich eine wunderbare Weite und der Blick hinab ins „kleine Jerusalem“. Bei Nebel ist hier oftmals der Punkt, an welchem dieser sich auflöst und der Platz im Sonnenlicht leuchtet. Ab Hermann-Schäfer-Eiche bis zum Garten der Freiheit sind es 2 km. Das heißt evtl. ein Umweg von 4 km, falls es nicht weitergehen sollte.

Am Selterswasserhäuschen zweigen 4 Wege ab. Der Pilgerweg ist asphaltiert, hat jedoch eine starke (ca. 300 m lange) Steigung (ca. 7–9 % zwischendrin für 20 m: 10 %).

Hinweis: Deshalb empfehlen wir für die, die sich der Herausforderung stellen möchten, Seile und 3-4 Helfer*innen mitzunehmen. Die Steigung ist vom Selterswasserhäuschen sichtbar und abschätzbar.

Alternative: Erscheint die Steigung zu steil, raten wir die Abfahrt rechts nach dem Selterswasserhäuschen über den L3 (6,6 % Gefälle, am Anfang auf 20 m 11 %) nach Elmshausen (1,5 km) und weiter mit dem ÖPNV/ (Mountain-)Handbike nach Reichenbach wie bei Variante 1.
Kein zu hohes Tempo fahren, da der Asphalt im mittleren Teil der Strecke teilweise aufgesprungen ist. In Elmshausen gelangen die Pilger*innen über die Hochstätter Straße zur B 47 und biegen dort rechts ab zur Bushaltestelle Radlettplatz.

Nach 150 m wartet auf die Pilger*in auf einer breiten ebenen Fläche ein Ruhebänkchen an der Wegkreuzung, dann nochmal 150 m bis zu 9 % Steigung. Der Camino führt weiter 300 m leicht ansteigend (bis ca. 6%), dann eben vorbei am Teufelsstein und OWK-Ehrenmal. Der Teufelsstein ist für Rollstuhlpilger*innen nicht zugänglich. Der Abstecher scheint, glaubt man der Sage, auch nicht unbedingt ratsam zu sein.

Zwei weitere Bänkchen bieten sich nacheinander zur Rast an. An der nächsten Kreuzung führt der Pilgerweg links weiter, rechts geht es hinab zum Waldgasthaus Am Borstein.

Hinweis: Es lohnt sich rechts dem Re 3 zu folgen. Nach 150 m steil hinab (ca. 5–8 %) gelangt die Pilger*in zu einer aussichtsreichen Rast im Waldgasthaus Am Borstein (900 m nach Selterswasserhäuschen).

Hinweis: Am Waldgasthaus Borstein ist eine nächste Möglichkeit nach Reichenbach abzufahren und im Gasthaus Traube barrierefrei zu übernachten. Der Weg ist asphaltiert, hat aber ein starkes Gefälle (über 1 km ca. 8–12 %). Zwei Personen als Bremshilfen sind ratsam. Dieser Weg empfiehlt sich für Tagespilger*innen, die auf den ÖPNV oder Pilger*innen, die auf eine barrierefreie Übernachtung angewiesen sind. Nach und ab Beedenkirchen verkehrt nur der Schulbus an Schultagen. Die letzte Möglichkeit zurück nach Bensheim ist gegen 16 Uhr.

Der Camino führt weiter leicht auf- und wieder absteigend (4-6%) durch den Wald bis mitten hinein ins eiszeitliche Felsenmeer. Unverkennbar taucht plötzlich ein Meer aus Steinen auf. Eine letzte Rast vor dem heutigen Etappenziel auf, neben, in den Steinen bietet sich an. Links oben in Pilgerrichtung ist ein Kiosk zu sehen. Der Kiosk ist nicht barrierefrei zugängig.

Hinweis: Hier steht ein Wegweiser und verweist auch auf ein kurzes internationales Treffen mit Menschen, die auf dem Europäischen Fernwanderweg E1 unterwegs sind. Der E1 verlässt hier auch wieder den Camino Incluso und führt hinab nach Reichenbach.

Der Weg durchs Odenwälder Felsenmeer ist eben und breit. Die Pilger*in muss keine Felsen überwinden.

Hinweis: Fußpilger*innen können auf einem Pfad zum Kiosk und entlang einzelner römischer Werkstücke gehen: zwischen Riesensäule und Altarstein auf dem Rundweg 6 zur Schutzhütte, dort rechts abbiegen (Rundweg 7) zum Sarg, dann scharf rechts (Rundweg 5) vorbei am Schiff. Kurz vor dem Parkplatz Römersteine trifft man wieder auf den Pilgerweg.

Noch knappe 2 km geht es durch den Wald bis zum 1. Etappenziel. Der Pilgerweg führt absteigend (meist 4-6%), zunächst auch als Rundweg 3, dann als 4 ausgezeichnet, bis zum Parkplatz Römersteine. Schon zeigt sich Beedenkirchen den Pilger*innen. Der Pilgerweg folgt nach rechts zur Hauptstraße, da links auf dem Fußweg einige Stufen zu überwinden wären. An der Hauptstraße biegt er nach links ab und führt 500 m auf dem Bürgersteig der Hauptstraße entlang, vorbei an Gabi‘s Frühstückchen, einem Stehcafé mit Bäckereiverkauf, ins Dorf zur evangelischen Kirche, dem Ziel der Etappe.

Pilgerhinweis: Hier sind die zweite Stempelstelle und die Möglichkeit eines Pilgerempfangs. Auf dem Weg unterhalb der Kirche steht die zweite Infotafel. Sie zeigt den Wegverlauf und die Infrastruktur für die 2. Etappe. Im Gemeindehaus ist eine barrierefreie Toilette (Schlüssel im Tresor – Zugang beschrieben unter „Infos Pilgern“ – und Gasthaus Linde gegenüber – Mittwoch Ruhetag).

Hinweis: Fußpilger*innen können am Parkplatz Römersteine links den Wegen Li1, Li3 und Be1 folgen, die in einem sanften Bogen direkt zur Kirche führen. Direkt von der Straße führen Stufen hinauf zur Kirche.

Rollstuhlpilger*innen gelangen stufenlos über den Hof zwischen Pfarrhaus und Gemeindehaus – links durch das kleine Keltenwäldchen von hinten zur Kirche hinauf.

Hinweis: Das Gasthaus Linde gegenüber bietet gute Verpflegung. Die Wirtsleute sind sehr hilfsbereit und helfen Rollstuhlpilger*innen, wenn möglich, über die Stufen ins Gasthaus. Der Außenbewirtung ist barrierefrei. Das WC im Gasthaus ist nicht barrierefrei. Die Pilger*in kann aber beim Wirt nach dem Schlüssel für die barrierefreie Toilette im evangelischen Gemeindehaus gegenüber fragen.

Etappe 1 – Variante 1

Wanderkarte: Bergstraße-Odenwald Blatt 5, 1:20 000 – Hrsg: Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald

Einschätzung

Die Einschätzung der Etappe für unterschiedliche Nutzergruppen erfolgte auf der Grundlage einzelner Erprobungen und soll für eine erste Orientierung dienen. Die Einschätzung erfolgte ohne Gewähr und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Wegqualität

Auf Variante 1 sind Steigungen und Gefälle zu überwinden. Der Unterschied liegt in der Streckenlänge und der Wegbeschaffenheit.

„Vorteile“ der Variante 1 gegenüber Camino Incluso
  • kürzere Strecke als Camino möglich (6-7 km statt 11 km bei Nutzen des ÖPNV: Schönberg – Reichenbach: 5 km) – gut befestigter Weg mit wassergebundener Decke, durch Weinberge und Wohngebiete asphaltiert– witterungsunabhängig
  • Vermeidung der Steigung (bis 12 %) nach dem Selterswasserhäuschen!
  • Vermeidung von eventueller Umkehr kurz vor oder am Selterswasserhäuschen (evtl. witterungsabhängig ausgefahrenes Wegstück von 100 m)!
  • barrierefreie Übernachtungsmöglichkeit in Reichenbach (Gästehaus des Gasthaus Traube)
  • Gepäcktransport durch Gasthaus Traube zur nächsten Übernachtung möglich
„Nachteile“ der Variante 1 gegenüber Camino Incluso
  • Gefälle im Wohngebiet Schönberg: Abstieg 1: steilste Stelle auf 100 m 10-11 %, aber asphaltiert
  • Rollstuhlpilger*innen, die den ÖPNV nicht nutzen können oder wollen (z.B. mit Liegehandbike oder E-Rollstuhl), fahren ca. 5 km auf dem abgesetzten Fuß-/ Radweg entlang der B47, aber mit geringer Steigung (ca. 1%).
  • kein Besuch des Felsenmeers
  • Beedenkirchen als 2. Stempelstelle und Pilgerempfang entfällt, aber offene Kirche und Stempelstelle: evangelische Kirche in Reichenbach

Wo es lang geht

Genaue Beschreibung der Wegstrecke und Informationen zur Infrastruktur

Bahnhof Bensheim- Auerbach (102 m) – Hermann-Schäfer-Eiche (240 m): 3,8 km (↑140 m - ↓0 m)
Die Pilger*in startet in Bensheim-Auerbach am Bahnhof .

Der Pilgerweg ist zunächst auch mit dem gelben Quadrat sowie als Zubringer zum Nibelungensteig (N) ausgezeichnet. Durch das Wohngebiet gelangt die Pilger*in immer geradeaus zur Darmstädter Straße (B3), überquert diese und folgt ihr nach rechts.

Die Beschilderung führt nach links in die Bachgasse. Rechter Hand liegt die Bäckerei-Café Hug und die Eisboutique da Carlo.

Der Pilgerweg lädt hier zu einem entschleunigenden Start ein: dem Bach entlang durch die Bachgasse über die Stolpersteine bei der Synagoge auf der linken Straßenseite. Die Pilger*in ist von Anfang an interreligiös und international unterwegs. Sie bewegt sich auf dem Europäischen Fernwanderweg E8. Es ist ein besonderes Erlebnis, wenn die Pilger*in auf dem Weg Menschen trifft, die schon über 1000 km durch Europa unterwegs sind.

Pilgerhinweis: Auf der rechten Seite erreicht die Pilger*in das evangelische Gemeindehaus, Bachgasse 39. Dort sind die erste Stempelstelle und Infotafel.

Die Pilger*in gelangt weiter der Bachgasse entlang zu einem Parkplatz. Dort gibt es 2 ausgewiesene Parkplätze für Rollstuhlpilger*innen. Aktuell seit Juli 2020 ist der Camino Incluso über den Parkplatz ausgeschildert. Die Pilger*in gelangt autofrei über den Bach und dann nach 100 m dem Bach entlang auf den zweiten Parkplatz. Sie kann aber auch dem asphaltierten Weg der Straße entlang folgen. Nach 100 m trifft sie auf den Parkplatz Fürstenlager mit 2 weiteren ausgewiesenen Plätzen für Rollstuhlpilger*innen und ein öffentliches WC, nicht barrierefrei.

Der Camino führt ab hier ansteigend (5–8 % über 500 m), vorbei an einer Schranke, direkt zum Fürstenlager.

Es öffnet sich eine weite Parklandschaft. Während des Anstiegs lässt es sich jederzeit verweilen. Der Weg ist breit und die alten Bäume spenden Schatten. Nach dem Entenweiher auf der rechten Seite befindet sich das 1. und einzige rollstuhlgerechte WC bis Beedenkirchen. Die Toiletten sind tagsüber durchgängig geöffnet. Die Beschilderung soll im Oktober 2021 erneuert werden.
Das Gasthaus Herrenhaus bietet im Rahmen „nette Toilette“ ein WC an, aber nicht barrierefrei. Der Park lädt die Pilger*in ein sich über die Geschichte des Ortes zu informieren und unterschiedliche Ruheplätzchen zu entdecken. In Pilgerrichtung rechts oberhalb verläuft eine Wegvariante für Fußpilger*innen.

Die Pilger*in rollt und geht 500 m geradeaus weiter bergan (3–6 %). Sie bewegt sich auf dem Wilhelmsweg und kann auf mehreren Bänkchen rasten und über die Apfelbaumwiese blicken. Nach einer scharfen Rechtskehre erreicht sie die Hermann-Schäfer-Eiche mit Tisch und Bänken auf der Anhöhe.

Hinweis: An der Hermann-Schäfer-Eiche treffen die Pilger*innen des Camino Incluso mit den Pilger*innen zusammen, die in Bensheim am Kloster der Franziskaner gestartet und dem Franziskanischen Pilgerweg gefolgt sind (Variante 2).

Am schattigen Rastplatz kann sie verschnaufen, auch einen Abstecher zur Rindenkapelle machen. Die Pilger*in blickt nach Süden ins Lautertal, im Norden entdeckt sie versteckt das Auerbacher Schloss.

Hermann-Schäfer-Eiche (235 m) – Schönberg, Mitte (158 m): 2-3,5 km (Abstieg 3: ↑20 m - ↓90 m)
An der Hermann-Schäfer-Eiche trennt sich Variante 1 vom Camino Incluso.

Vorsicht: die Variante ist nicht ausgeschildert! Die Pilger*in blickt von oben in anderer Perspektive auf das Fürstenlager. Sie verlässt hier den Camino und geht zunächst wieder Richtung Bensheim.

Sie kann auf verschiedenen Wegen oberhalb des Fürstenlagers entlang (3–5 % Gefälle entlang Alemannenweg). Der Abstieg erfolgt dann aber nach Süden in das Lautertal.

Drei Abstiege nach Schönberg bieten sich an. Von Schönberg gelangt die Pilger*in weiter mit dem ÖPNV/Handbike/Rad nach Reichenbach.

Abstieg 1: über Waldhaus nach Schönberg: 1 km
Der direkteste Weg ist die erste Abzweigung vom Alemannenweg (A) links am Waldhaus – ein Jugendstilhaus, das zwischendurch als Ausflugslokal genutzt wurde- zum Gasthaus Ross und Riesling. An dieser Abzweigung trifft die Pilger*in auf Station 5 des „Franziskanischen Pilgerwegs“. Hier kann sie auf einer Bank rasten und sich mit „der Vielfalt des Wetters“ und „der Vielfalt an Lebenserfahrung“ auseinandersetzen.

Der Weg führt über den Weg 7 und 8 abwärts (ca. 6 % Gefälle). Auch das Gasthaus Ross und Riesling lädt zu einer Rast ein.

Der Weg geht weiter hinunter nach Schönberg zur Nibelungenstraße, dieser ein Stück nach rechts auf dem Gehweg folgen bis zur Haltestelle Schönberg Mitte. Der Weg über das Wohngebiet ist breit und asphaltiert, aber steil (ca. 7–8 %, auf 100 m 10–11 %).

Abstieg 2: zum Parkplatz Herrenwingert nach Schönberg (2 km) oder Bensheim, Franziskanerkloster (3 km):
Die Pilger*in folgt weiter dem Alemannenweg, nimmt die zweite Abzweigung links, den Weg 7 und 8 hinab (5 %) zum Parkplatz Herrenwingert.

Hinweis: TIPP Für Tagespilger*innen: Ab dem Parkplatz kann die Pilger*in dem Franziskanischen Pilgerweg nach Bensheim folgen: Variante 2 (starkes Gefälle!), nur in die andere Richtung.

oder:

Vom Parkplatz links abwärts weiter, asphaltiert auf Weg 7 und 8 (3–6 % Gefälle auf 500 m), dann geradeaus durchs Wohngebiet (7–9 % Gefälle auf 300 m). Das Schloss links liegen lassen über den Hofweg zur Hauptstraße (Nibelungenstraße), links ein Stück auf dem Gehweg entlang, Haltestelle Schönberg Mitte.

Abstieg 3: über Rast an der Ludwigslinde und Weg durch die Weinberge zum Parkplatz Herrenwingert und dann weiter nach Schönberg: 3,5 km
Die Pilger*in, die auf der Höhe die Weinberge den Pferden vorzieht, geht noch ein Stück auf dem Alemannenweg weiter, vorbei an der Abzweigung zum Parkplatz Herrenwingert und rastet etwa 100 m später unter freiem Himmel an der Ludwigslinde.

Bei Regen steht 50 m weiter eine Schutzhütte zur Verfügung.

Von hier führen verschiedene Wege durch die Weinberge nach unten: Die Rollstuhlpilger*in fährt am besten an der Schutzhütte geradeaus weiter. Sie sieht von oben schon den Wegverlauf. Es ist ein gut befestigter Weg, teilweise asphaltiert, der den Weinberg in einem Linksbogen umrundet.

Er führt 600 m hinab (3–6 %) zum Parkplatz Herrenwingert. Vom Parkplatz wie bei Abstieg 2 links abwärts weiter, asphaltiert auf Weg 7 und 8 (3–6 % Gefälle auf 500 m), dann geradeaus durchs Wohngebiet (7–9 % Gefälle auf 300 m).

Dann das Schloss links liegen lassen über den Hofweg zur Hauptstraße (Nibelungenstraße), links ein Stück entlang, Haltestelle Schönberg Mitte.

Schönberg, Mitte (158 m) – ÖPNV/ (Mountain-) Handbike - Reichenbach (197 m): 4,7 km (↑40 m - ↓0 m)
In Schönberg oder Bensheim nimmt die Pilger*in den Bus nach Reichenbach, Haltestelle Markt. Sie kann auch mit dem (Mountain-)Handbike auf dem abgesetzten Fuß-/Radweg entlang der B 47 (1–2 % Steigung) nach Reichenbach gelangen. In Reichenbach ist dann das erste Ziel erreicht.

Hinweis: In Reichenbach bietet das Gasthaus Traube im Gästehaus „Am Nibelungensteig“ barrierefreies Übernachten, Lunchpakete sowie Gepäcktransport zur nächsten Herberge oder nächstem Pilgerstartpunkt an. Rollstuhlpilger*innen können nach Absprache evtl. mitfahren.

Pilgerhinweis: In Reichenbach sind die Kirche und das Gemeindehaus neben dem Gasthaus. Fußpilger*innen gelangen am Gasthaus Traube über die Treppe zur evangelischen Kirche. Rollstuhlpilger*innen folgen noch ca. 150 m der Nibelungenstraße, biegen bei der Weststadt-Bäckerei Jakob rechts ab in die Knodener Straße, dann rechts in die Friedhofstraße und erreichen über den Friedhof rechts die evangelische Kirche und das Gemeindehaus. Hier sind die zweite Stempelstelle und die Möglichkeit eines Pilgerempfangs. An der Mauer unterhalb der Kirche, beim Gasthof Traube, steht die zweite Infotafel. Sie zeigt den Wegverlauf und die Infrastruktur für die 2. Etappe.

Etappe 1 – Variante 2

Wanderkarte: Bergstraße-Odenwald Blatt 5, 1:20 000 – Hrsg: Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald

Einschätzung

Die Einschätzung der Etappe für unterschiedliche Nutzergruppen erfolgte auf der Grundlage einzelner Erprobungen und soll für eine erste Orientierung dienen. Die Einschätzung erfolgte ohne Gewähr und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Wegqualität

Variante 2 ist ein 2. Startpunkt und Zubringer zum Camino Incluso. Der Weg trifft nach ca. 4 km auf den Camino Incluso und folgt diesem bis zum Ziel in  Beedenkirchen.

„Vorteil“ der Variante 2 gegenüber Camino Incluso
  • Besonderheit: Die Pilger*in lernt am Startpunkt in Bensheim ein Franziskanerkloster kennen und geht ein Stück auf dem „Franziskanischen Pilgerweg“, dem „älteren Bruder“ des Camino Incluso.
„Nachteil“ der Variante 2 gegenüber Camino Incluso
  • Die Steigung ist auf dem 1. Kilometer höher als die auf dem Camino (auf 600 m 12–15 %, auf 200 m 6–8 %), aber der Weg auf diesem Kilometer ist durchgängig asphaltiert.

Wo es lang geht

Genaue Beschreibung der Wegstrecke und Informationen zur Infrastruktur

Bensheim (104 m) – Hermann-Schäfer-Eiche (235 m): 3,8 km (↑140 m - ↓10 m)
Die Pilger*in startet in Bensheim am Bahnhof.
Am Bahnhof findet die Pilger*in ein barrierefreies WC (Zugang mit Euroschlüssel). Vom Bahnhof in Bensheim folgt die Pilger*in dem gelben Dreieck über die Bahnhofstraße in die Altstadt.

Nach einem knappen Kilometer steht sie vor der Klosterpforte. Sie kommt über den Marktplatz. Von dort aus führen Stufen zum Franziskanerkloster.
Die Rollstuhlpilger*in nimmt den Weg zum Eingang über den Klosterparkplatz. Sie folgt der Klostergasse, biegt dann rechts in die Obergasse und gelangt an einer Schranke vorbei zur hinteren Pforte.

Pilgerhinweis: Klopft die Pilger*in zur Mittagszeit an die Klosterpforte des Franziskanerklosters, bekommt sie von „Bruder Koch“ oder „Bruder Pförtner“ eine warme Mahlzeit.
Hier sind die erste Stempelstelle und die Möglichkeit eines Pilgerempfangs. Der Standort für die Infotafel ist noch nicht ganz geklärt. Sie zeigt den Wegverlauf und die Infrastruktur für die 1. Etappe.
Im Café Klostergarten im Mehrgenerationenhaus fast neben dem Kloster, gibt es ein barrierefreies WC.

An der Klosterpforte beginnt der „Franziskanische Pilgerweg“. Die Pilger*in folgt dem Tau-Zeichen und den Stationen- Tafeln. Die Stationen sind Stationen des „Sonnengesangs“ von Franziskus.
Der Weg führt über die Obergasse zur Nibelungenstraße. An der Ampel für Fußgänger*innen entdeckt sie wieder das „Tau“-Zeichen, dem sie folgt.
Nach Überqueren der Straße an der Ampel steht die Pilger*in vor einem Denkmal. Hier stand eine der Synagogen Bensheims.

Der Weg führt nach links Richtung Bensheim dann gleich rechts über eine steile Treppe in die Kalkgasse.
Rollstuhlpilger*innen nehmen die nächste Straße rechts und kommen stufenfrei aber ebenso ansteigend in die Kalkgasse. Diese führt 800 m lang steil aufwärts, auf asphaltiertem Weg (auf 500 m 10-12%, auf 300 m 5-8%).

Hinweis: Nach Erreichen der Höhe weist ein Schild zum Kirchberghäuschen, ein Ausflugslokal, ca. 200 m ab vom Weg. Der Zugang wie das Gasthaus sind nicht barrierefrei.

Auf dem Franziskanischen Pilgerweg gelangt die Pilger*in in ein urtümliches Waldstück. Der Weg führt eben auf befestigtem Waldweg weiter.

Hinweis: Ein kleiner Pfad- nicht barrierefrei- führt links ab zu einer Gedenkstätte von jugendlichen Opfern des Nationalsozialismus.

Das Tau-Zeichen ist teils spärlich zu entdecken, aber der Franziskanische Pilgerweg geht dann im Wald auch entlang dem Burgenweg, mit dem Zeichen „blaue Burg“. An einer Lichtung mit dem großzügigen Rastplatz „Wambolter Sand“ mit Schutzhütte und Feuerstelle auf der rechten Seite kann die Pilger*in gut ausruhen.
Der Franziskanische Pilgerweg führt weiter zum Parkplatz Herrenwingert, vor dem Parkplatz links ab, etwa 300 m mäßig ansteigend hinauf (ca. 5%), auf die Höhe. Dort erreicht sie kurz danach Station 5 mit „Bruder Wind“. Sie folgt dem Weg nach rechts und erreicht anschließend an der Hermann-Schäfer-Eiche die Vereinigung des Franziskanischen Pilgerwegs mit dem Camino Incluso und mit dem Europäischen Fernwanderweg 8 (E8).

Pilgerhinweis: Ab hier sind die Pilger*innen von beiden Pilgerwegen ein kurzes Stück gemeinsam unterwegs. Der Franziskanische PIlgerweg zweigt kurz nach dieser Vereinigung rechts ab, hinunter zur St. Elisabeth-Kirche in Schönberg, seinem Zielort.
Der E8 verläuft parallel zum Camino Incluso bis zur Abzweigung Waldgasthaus Am Borstein.

Hermann-Schäfer-Eiche (242 m) – Garten der Freiheit (282 m): 2,1 km (↑60 m - ↓20 m)
Ab dem Rastplatz an der Herrmann-Schäfer-Eiche geht der Pilgerweg ca. 50 m auf ebenem Weg geradeaus, an der Abzweigung links entlang einer Wiese auf einem befestigten Weg nochmal 200 m hinauf (ca. 6 %) zum Wald.

Vorsicht: Manchmal gibt es lose Steinchen auf dem Weg.

Hier treffen sich drei Wege, der Camino verläuft ganz rechts, auch mit dem gelben Quadrat und dem A (Alemannenweg) ausgezeichnet, ca. 400 m weiter bergauf (6–9 %) auf befestigtem Waldweg, teilweise parallel zum Fuchs Trail, einer Mountainbikestrecke. Dann folgt die Pilger*in rechts dem breiten ebenen Weg, der nach weiteren 500 m wieder mit dem Alemannenweg zusammentrifft.

Die Pilger*in erreicht an einer Wegkreuzung auf der linken Seite den Grenzpunkt Toter Mann.

Die Pilger*in kommt nach 1 km leicht absteigend (2–5 %) zu einer Lichtung, dem Garten der Freiheit, dem Jerusalem Friedensmal: „Dieser Ort ist ein Ruf nach Frieden, Freiheit und neuem Leben“. An diesem Friedensmal stehen Infotafeln zur Verfügung sowie der Blick ins „kleine Jerusalem“ nach Westen und Richtung Jerusalem nach Osten. Dazu laden mehrere Bänkchen die Pilger*in ein.

Garten der Freiheit (282 m) – Beedenkirchen (327 m): 5,3 km (↑150 m - ↓110 m)
Zwischen Engelsflügel und Teufelsstein (s.u.) liegen, wie sich erahnen lässt, Herausforderungen an das gemeinsame Unterwegssein.
Nach einem kurzen Stück auf der aussichtsreichen und weiten Hochebene, dann durch eine Hohlgasse, zuerst auf- dann abwärts (ca. jeweils 3 %) auf unebenem Weg, gelangen die Pilger*innen zur Schutzhütte Selterswasserhäuschen, einst ein Kiosk (ca. 500 m nach dem Garten der Freiheit). Hier kann sich die Pilger*in an einer Tafel über Verlauf und Entstehung des Europäischen Fernwanderwegs informieren.

Vorsicht: diese Hohlgasse ist witterungsabhängig – v.a. bei Holzarbeiten im Winterhalbjahr- für Rollstuhlpilger*innen nicht immer befahrbar. Rollstuhlpilger*innen müssen hier entweder umkehren (s. Tipp) und Variante 1 folgen, sportlich unterwegs sein und Helfer*innen dabeihaben oder gleich die Variante1 pilgern.

Tipp für Umkehrer*innen: Wir finden, der Garten der Freiheit ist ein lohnender Ort der Rast und Ruhe. Es öffnet sich eine wunderbare Weite und der Blick hinab ins „kleine Jerusalem“. Bei Nebel ist hier oftmals der Punkt, an welchem dieser sich auflöst und der Platz im Sonnenlicht leuchtet. Ab Hermann-Schäfer-Eiche bis zum Garten der Freiheit sind es 2 km. Das heißt evtl. ein Umweg von 4 km, falls es nicht weitergehen sollte.

Am Selterswasserhäuschen zweigen 4 Wege ab. Der Pilgerweg ist asphaltiert, hat jedoch eine starke (ca. 300 m lange) Steigung (ca. 7–9 % zwischendrin für 20 m: 10 %).

Hinweis: Deshalb empfehlen wir für die, die sich der Herausforderung stellen möchten, Seile und 3-4 Helfer*innen mitzunehmen. Die Steigung ist vom Selterswasserhäuschen sichtbar und abschätzbar.

Alternative: Erscheint die Steigung zu steil, raten wir die Abfahrt rechts nach dem Selterswasserhäuschen über den L3 (6,6 % Gefälle, am Anfang auf 20 m 11 %) nach Elmshausen (1,5 km) und weiter mit dem ÖPNV/ (Mountain-)Handbike nach Reichenbach wie bei Variante 1.
Kein zu hohes Tempo fahren, da der Asphalt im mittleren Teil der Strecke teilweise aufgesprungen ist. In Elmshausen gelangen die Pilger*innen über die Hochstätter Straße zur B 47 und biegen dort rechts ab zur Bushaltestelle Radlettplatz.

Nach 150 m wartet auf die Pilger*in auf einer breiten ebenen Fläche ein Ruhebänkchen an der Wegkreuzung, dann nochmal 150 m bis zu 9 % Steigung. Der Camino führt weiter 300 m leicht ansteigend (bis ca. 6%), dann eben vorbei am Teufelsstein und OWK-Ehrenmal. Der Teufelsstein ist für Rollstuhlpilger*innen nicht zugänglich. Der Abstecher scheint, glaubt man der Sage, auch nicht unbedingt ratsam zu sein.

Zwei weitere Bänkchen bieten sich nacheinander zur Rast an. An der nächsten Kreuzung führt der Pilgerweg links weiter, rechts geht es hinab zum Waldgasthaus Am Borstein.

Hinweis: Es lohnt sich rechts dem Re 3 zu folgen. Nach 150 m steil hinab (ca. 5–8 %) gelangt die Pilger*in zu einer aussichtsreichen Rast im Waldgasthaus Am Borstein (900 m nach Selterswasserhäuschen).

Hinweis: Am Waldgasthaus Borstein ist eine nächste Möglichkeit nach Reichenbach abzufahren und im Gasthaus Traube barrierefrei zu übernachten. Der Weg ist asphaltiert, hat aber ein starkes Gefälle (über 1 km ca. 8–12 %). Zwei Personen als Bremshilfen sind ratsam. Dieser Weg empfiehlt sich für Tagespilger*innen, die auf den ÖPNV oder Pilger*innen, die auf eine barrierefreie Übernachtung angewiesen sind. Nach und ab Beedenkirchen verkehrt nur der Schulbus an Schultagen. Die letzte Möglichkeit zurück nach Bensheim ist gegen 16 Uhr.

Der Camino führt weiter leicht auf- und wieder absteigend (4-6%) durch den Wald bis mitten hinein ins eiszeitliche Felsenmeer. Unverkennbar taucht plötzlich ein Meer aus Steinen auf. Eine letzte Rast vor dem heutigen Etappenziel auf, neben, in den Steinen bietet sich an. Links oben in Pilgerrichtung ist ein Kiosk zu sehen. Der Kiosk ist nicht barrierefrei zugängig.

Hinweis: Hier steht ein Wegweiser und verweist auch auf ein kurzes internationales Treffen mit Menschen, die auf dem Europäischen Fernwanderweg E1 unterwegs sind. Der E1 verlässt hier auch wieder den Camino Incluso und führt hinab nach Reichenbach.

Der Weg durchs Odenwälder Felsenmeer ist eben und breit. Die Pilger*in muss keine Felsen überwinden.

Hinweis: Fußpilger*innen können auf einem Pfad zum Kiosk und entlang einzelner römischer Werkstücke gehen: zwischen Riesensäule und Altarstein auf dem Rundweg 6 zur Schutzhütte, dort rechts abbiegen (Rundweg 7) zum Sarg, dann scharf rechts (Rundweg 5) vorbei am Schiff. Kurz vor dem Parkplatz Römersteine trifft man wieder auf den Pilgerweg.

Noch knappe 2 km geht es durch den Wald bis zum 1. Etappenziel. Der Pilgerweg führt absteigend (meist 4-6%), zunächst auch als Rundweg 3, dann als 4 ausgezeichnet, bis zum Parkplatz Römersteine. Schon zeigt sich Beedenkirchen den Pilger*innen. Der Pilgerweg folgt nach rechts zur Hauptstraße, da links auf dem Fußweg einige Stufen zu überwinden wären. An der Hauptstraße biegt er nach links ab und führt 500 m auf dem Bürgersteig der Hauptstraße entlang, vorbei an Gabi‘s Frühstückchen, einem Stehcafé mit Bäckereiverkauf, ins Dorf zur evangelischen Kirche, dem Ziel der Etappe.

Pilgerhinweis: Hier sind die zweite Stempelstelle und die Möglichkeit eines Pilgerempfangs. Auf dem Weg unterhalb der Kirche steht die zweite Infotafel. Sie zeigt den Wegverlauf und die Infrastruktur für die 2. Etappe. Im Gemeindehaus ist eine barrierefreie Toilette (Schlüssel im Tresor – Zugang beschrieben unter „Infos Pilgern“ – und Gasthaus Linde gegenüber – Mittwoch Ruhetag).

Hinweis: Fußpilger*innen können am Parkplatz Römersteine links den Wegen Li1, Li3 und Be1 folgen, die in einem sanften Bogen direkt zur Kirche führen. Direkt von der Straße führen Stufen hinauf zur Kirche.

Rollstuhlpilger*innen gelangen stufenlos über den Hof zwischen Pfarrhaus und Gemeindehaus – links durch das kleine Keltenwäldchen von hinten zur Kirche hinauf. Wie kommen wir am besten nach oben im bedingt barrierefreien Keltenwald? Am besten rückwärts in Kippstellung in Teamarbeit.

Hinweis: Das Gasthaus Linde gegenüber bietet gute Verpflegung. Die Wirtsleute sind sehr hilfsbereit und helfen Rollstuhlpilger*innen, wenn möglich, über die Stufen ins Gasthaus. Der Außenbewirtung ist barrierefrei. Das WC im Gasthaus ist nicht barrierefrei. Die Pilger*in kann aber beim Wirt nach dem Schlüssel für die barrierefreie Toilette im evangelischen Gemeindehaus gegenüber fragen.

Allgemeine Informationen zur Etappe

Was uns bewegt – Im Reich der Steine
Es ist gute alte Pilgertradition, einen Stein von zu Hause im Beutel mitzunehmen, damit „beschwert“ aufzubrechen und am Ende des Weges abzulegen. Aber auch wer nicht von Anfang an mit einem Stein in Tuchfühlung ist, wird auf der ersten Etappe des Pilgerwegs mit der Welt der Steine in Berührung kommen: geologisch, historisch sowie spirituell.

Der Pilgerweg führt in Bensheim-Auerbach eben über die Stolpersteine bei der Synagoge in der Bachgasse. Diese erinnern die Pilger*in an Menschenschicksale der jüngsten Vergangenheit.

Auf der Höhe wartet der versteinerte „Tote Mann“ am Wegrand, und doch versteckt, mit einer Sage aus dem Odenwald.
( Oden=Sagen, Odenwald= Wald der Sagen? Eine mögliche Erklärung der Herkunft des Namens. )
Kurz danach erreicht die Pilger*in das auf einer Lichtung angelegte Jerusalem Friedensmal, entdeckt 11 Steinblöcke aus Odenwaldquarz, kreisförmig angeordnet und steht vor dem Stein der Begegnung.

Nachdem die Pilger*in die Engelsflügel des Friedensmals verlassen hat, gelangt sie über den Teufelsstein zum Kletterfelsen Borstein und gleichnamigen Gasthaus.

Überwältigend ist der Anblick des Felsenmeers. Die wie satte Kühe friedlich auf der Weide liegenden Felsen hatten nach einer Sage einst Riesen als Wurfgeschosse gedient und unter den Steinbrocken liegt der Unterlegene begraben.
Am Ende des Pilgerwegs, an den Toren Heidelbergs, schließt sich der Steinkreis.

Pilgern
Soweit nicht anders angegeben sind die genannten Orte barrierefrei.

 

4 Stempelstellen

  • Bensheim-Auerbach: Pilgerkästchen vor dem evangelischen Gemeindehaus
  • Bensheim (Variante 2): Kloster der Franziskaner, Klosterpforte
  • Beedenkirchen: in der evangelischen Kirche (Schlüssel im Tresor vor der Kirche und im Gasthaus Linde gegenüber, bedingt barrierefrei)
  • Reichenbach (Variante 1): Pilgerkästchen bei der evangelischen Kirche (offene Kirche von Ostern bis Oktober)

2 Infotafeln

  • Bensheim-Auerbach: vor dem evangelischen Gemeindehaus
  • Bensheim (Variante 2): bei der Klosterkirche

4 Pilgerempfänge / -segen:

Die Pilger*in findet die Kontaktdaten und weitere Angebote auf der Liste „Pilgerempfang“.

LISTE PILGEREMPFANG ANSEHEN

Besondere Orte / Kraftorte
Soweit nicht anders angegeben sind die genannten Orte barrierefrei.

 

Bensheim-Auerbach bis Hermann-Schäfer-Eiche

Hermann-Schäfer-Eiche bis Felsenmeer

Bensheim

Beedenkirchen

Reichenbach

Toiletten

Soweit nicht anders angegeben, sind die genannten Toiletten barrierefrei.

Bensheim-Auerbach:

  • Am Kronenpark (öffentlich, 24 h, Zugang mit Euroschlüssel) – nah am Bahnhof, bei Minigolfanlage, Darmstädter Straße 160
  • Fürstenlager (öffentlich, geöffnet von 07 – 19 Uhr)
  • Parkplatz Fürstenlager (nicht barrierefrei)
  • Gasthaus Herrenhaus (nicht barrierefrei, „nette Toilette“)

Bensheim:

  • Bahnhof Vorplatz (öffentlich, 24 h, Zugang mit Euroschlüssel) – Bahnhofstraße 33
  • Café Klostergarten (nicht öffentlich, Mo – Fr: 09 – 16.30 Uhr)
  • Bürgerbüro Alte Faktorei (Mo, Di, Do, Fr 08.00 – 18.00 Uhr, Sa 10.00 – 13.00 Uhr, mittwochs geschlossen) – Hauptstraße 39
  • Tourist Information (Mo – Fr 10.00 – 13.00 Uhr und 14.00 – 18.00 Uhr, Sa 10.00 – 13.00 Uhr) – Hauptstraße 53

Beedenkirchen:

  • ev. Gemeindehaus
    Schlüssel im Tresor vor der Kirche (Code erfragen bei Hans Adam: 06254 3634, Jürgen Schellhaas: 06254 1093, Pf. Engelbrecht: 0160 94958157 / im Pfarrhaus nebenan und im Gasthaus Linde (Tel. 06254 555) gegenüber, Mi Ruhetag (Zugang zu den Schlüsseldepots nicht barrierefrei, Rollstuhlpilger*innen müssen sich telefonisch anvisieren. Zugang zum Gemeindehaus und WC ist barrierefrei).

Reichenbach:

  • Felsenmeerzentrum (24h, öffentlich)
Versorgung

Soweit nicht anders angegeben sind die genannten Orte barrierefrei. Die WCs in den Gasthäusern sind nicht immer barrierefrei – siehe „Liste Versorgung“.

LISTE VERSORGUNG ANSEHEN

Bensheim-Auerbach:

  • Café-Bäckerei Hug
  • Café Luise
  • Weinhandel Frihmess
  • Auerschänke (bedingt barrierefrei)
  • Gasthaus Alte Dorfmühle (bedingt barrierefrei)
  • Gasthaus Herrenhaus (bedingt barrierefrei)

Bensheim:

  • Café Klostergarten
  • Kloster der Franziskaner
  • Kirchberghäuschen (nicht barrierefrei)

Am Borstein:

  • Waldgasthaus Am Borstein

Beedenkirchen:

  • Gabi`s Frühstückchen
  • Gasthaus Linde (bedingt barrierefrei)

Schönberg:

  • Gasthaus Ross und Riesling

Reichenbach:

  • Doras Café
  • Gasthaus Traube (nicht barrierefrei)
  • Gasthaus Grüner Baum (nicht barrierefrei)

 

Links zu:

Übernachten

Soweit nicht anders angegeben sind die genannten Orte barrierefrei.

Liste „Übernachtung“ mit ausführlichen Beschreibungen zu Barrierefreiheit, Bedingungen vor Ort, Möglichkeiten, Ansprechpartner*innen, Öffnungszeiten, Kontaktdaten.

LISTE ÜBERNACHTEN ANSEHEN

Bensheim-Auerbach:

  • Jägerhaus (nicht barrierefrei) – Zur Website
  • Liste mit Übernachtungsmöglichkeiten, Bensheim-Auerbach – Zur Website

Am Borstein:

  • Waldgasthaus Am Borstein (nicht barrierefrei) – Zur Website

Beedenkirchen:

Reichenbach:

  • Gasthaus Traube, Gästehaus „Am Nibelungensteig“ (barrierefrei) – Zur Website
Parkplätze
Fast alle Parkplätze sind eben und rollstuhlgerecht. Es gibt aber nicht auf jedem Parkplatz ausgewiesene Plätze für Rollstuhlfahrer*innen.

 

Bensheim-Auerbach:

  • Parkplatz am Bahnhof (2 ausgewiesene Parkplätze für Rollstuhlfahrer*innen)
  • Parkplatz Fürstenlager, Naturpark (2 ausgewiesene Parkplätze für Rollstuhlfahrer*innen)
  • Parkplatz vor Fürstenlager (2 ausgewiesene Parkplätze für Rollstuhlfahrer*innen)
  • Parkplatz am Kronenpark

Bensheim:

  • Parkplatz am Bahnhof (1 ausgewiesener Parkplatz für Rollstuhlfahrer*innen)

Gasthaus Borstein:

  • Parkplatz nur für Gäste (2 ausgewiesene Parkplätze für Rollstuhlfahrer*innen)

Beedenkirchen:

  • Parkplatz Römersteine (Naturpark)

Bensheim-Schönberg:

  • Parkplatz Herrenwingert (Naturpark)

Reichenbach:

  • Parkplatz Talweg (Naturpark), Schräglage, nicht barrierefrei, Zugang zum Weg sehr eng

Gadernheim:

  • Parkplatz Rauhestein (Naturpark)
ÖPNV

Die beiden Startpunkte sind mit dem ÖPNV erreichbar.
Der Zielort Beedenkirchen ist nicht regelmäßig mit dem ÖPNV erreichbar.
Man muss auf Reichenbach ausweichen.

 

Bensheim-Auerbach und Bensheim:

  • Zug (Bahnsteig barrierefrei, Aufzug, Rampe)

Bensheim, Schönberg, Elmshausen, Reichenbach (Variante 1+2):

  • Bus 665 (Niederflurbus)

Beedenkirchen:

  • Schulbus an hessischen Schultagen: 664 (Niederflurbus)
Tourist-Info

Soweit nicht anders angegeben sind die genannten Orte barrierefrei

 

Tourismus Bergstraße-Odenwald (nicht barrierefrei)
Marktplatz 1
64720 Michelstadt
Telefon: 06061 965970
info@bergstraße-odenwald.de
www.bergstrasse-odenwald.de

Kur- und Verkehrsverein Bensheim-Auerbach
Darmstädter Str. 166
64625 Bensheim-Auerbach
Telefon: 06251 78400
info@bensheim-auerbach-bergstraße.de
www.bensheim-auerbach-bergstrasse.de

Tourist Information Bensheim
Hauptstr. 53
64625 Bensheim
Telefon: 06251 869610-1
touristinfo@bensheim.de
www.bensheim.de/tourismus

Gemeinde Lautertal
www.lautertal.de

Felsenmeer-Informationszentrum
Felsenmeer 3
64686 Lautertal
Telefon: 06254 940160
information@felsenmeer.eu
www.felsenmeer-zentrum.de

 

LISTE VERSORGUNG ANSEHEN

Bildergalerie